Britische Richtlinie fuer Wasserqualitaet, Legionellenrisiko und oeffentliche Sicherheit bei dekorativen Wasserspielen.
PWTAG Technical Note 67 (TN67) bietet die massgebliche britische Richtlinie fuer den sicheren Betrieb dekorativer Wasserspiele wie Brunnen, Kaskaden, Wasserwande und bodenbuendige Duesen. In Kombination mit BS 8580-1:2019 fuer die Legionellen-Risikobewertung definiert sie strenge Wasserchemie-Zielwerte, physische Inspektionsanforderungen und Managementprotokolle. Dieser Leitfaden behandelt die vollstaendige Inspektionsmethodik, die chemischen Compliance-Parameter, das Legionellen-Risiko-Rahmenwerk und die Digitalisierung des gesamten Inspektionsworkflows mit Geocadra.

Was ist PWTAG TN67?
PWTAG Technical Note 67 ist die britische Richtlinie fuer das Management von Wasserqualitaet und Legionellenrisiko bei dekorativen Wasserspielen. Sie schreibt Chlorwerte von 3-5 mg/L, pH 7,0-7,4, monatliche bakteriologische Tests und BS 8580-konforme Risikobewertungen fuer Brunnen, Kaskaden und bodenbuendige Duesen vor.
- Vollständiger Name
- Technical Note 67: Dekorative Wasserspiele
- Herausgeber
- Pool Water Treatment Advisory Group (PWTAG)
- Aktuelle Fassung
- TN67 (aktuelle Ausgabe)
Wie PWTAG TN67-Wasserspiel-Inspektionen funktionieren
PWTAG TN67 schliesst eine kritische Luecke im Gesundheitsschutz: Dekorative Wasserspiele im oeffentlichen Raum werden oft als rein aesthetische Installationen behandelt, bergen jedoch erhebliche mikrobiologische Risiken. Wasserspiele, die durch Sprueh-, Duesen- oder Kaskadenbetrieb Aerosole erzeugen, koennen Legionella pneumophila und Pseudomonas aeruginosa auf Personen in der Spruehzone uebertragen. Kinder planschen haeufig in frei zugaenglichen Brunnen, und bodenbuendige Duesen in Platzgestaltungen laden zu direktem Koerperkontakt ein. TN67 erkennt an, dass diese Anlagen Wasseraufbereitungsstandards vergleichbar mit Schwimmbaedern erfordern, obwohl sie als nicht-interaktiv eingestuft werden.
Die Inspektionsmethodik kombiniert zwei komplementaere Rahmenwerke. PWTAG TN67 liefert die Wasserchemie-Zielwerte und betrieblichen Anforderungen speziell fuer dekorative Wasserspiele, einschliesslich des erhoehten Chlorbereichs von 3-5 mg/L (hoeher als der 1-3 mg/L-Bereich fuer Schwimmbader), der durch die intermittierende Umwaelzung und das hoehere Kontaminationsrisiko bei Aussenanlagen begruendet ist. BS 8580-1:2019 liefert das Legionellen-Risikobewertungsrahmenwerk, das den physischen Zustand der Anlage, die Praesenz von Biofilm und Sediment als Naehrstoffquellen fuer bakterielle Besiedlung, das Aerosol-Erzeugungspotenzial und das Temperaturprofil des Wassersystems bewertet.
Der Inspektionsablauf folgt einem strukturierten fuenfstufigen Prozess: Zunachst klassifiziert der Inspektor den Anlagentyp und sein Risikoprofil basierend auf dem oeffentlichen Zugangsniveau und dem Aerosol-Erzeugungspotenzial. Zweitens werden Wasserchemie-Messungen sofort bei Ankunft durchgefuehrt, bevor der Wasserkoerper physisch gestoert wird. Drittens werden Becken, Duesen und umgebende Strukturen visuell auf Biofilm, Sediment, Algen und strukturelle Maengel inspiziert. Viertens wird die Anlagentechnik geprueft, einschliesslich Umwaelzpumpen, chemischer Dosiersysteme, UV-Behandlung und Filtration. Schliesslich werden Management-Aufzeichnungen geprueft, um sicherzustellen, dass bakteriologische Tests, Legionellen-Ueberwachung und Risikobewertungen aktuell sind.
Die Richtlinie wird von der Pool Water Treatment Advisory Group (PWTAG) herausgegeben und bildet die primaere Referenz fuer die Wasseraufbereitung in oeffentlichen Schwimmbaedern und Wasserspielen im Vereinigten Koenigreich.
PWTAG TN67 Wasserchemie-Compliance-Zielwerte
TN67 schreibt strenge chemische Parameter vor, die aufgrund des hoeheren Kontaminationsrisikos bei Aussen-Wasserspielen ueber den Schwimmbadstandards liegen.
Der Kern der PWTAG TN67-Compliance ist die Einhaltung der Wasserchemie innerhalb definierter sicherer Grenzwerte. Der Standard schreibt einen freien Chlorgehalt von 3,0-5,0 mg/L fuer chlordesinfizierte Anlagen vor, deutlich hoeher als der fuer Schwimmbader erforderliche Bereich von 1,0-3,0 mg/L. Dieser erhoehte Bereich kompensiert die hoehere organische Belastung durch Umweltkontamination (Laub, Vogelkot, Staub, Abfall) und die intermittierenden Betriebsplaene, die bei dekorativen Anlagen ueblich sind. Der pH-Zielwert von 7,0-7,4 ist enger als viele Poolstandards und spiegelt die Notwendigkeit wider, Chlor in seiner wirksamsten Form als unterchlorige Saeure zu halten.
Fuer Anlagen mit Brom als primaeres Desinfektionsmittel liegt der Zielwert fuer Gesamtbrom bei 4,0-6,0 mg/L, mit einem entsprechenden pH-Bereich von 7,4-8,2, der die unterschiedliche Dissoziationskurve der unterbromigen Saeure widerspiegelt. Der Inspektor misst freies Chlor, Gesamtchlor und pH mit einem DPD-Testkit (Diethyl-p-phenylendiamin) oder einem elektronischen Photometer. Gebundenes Chlor, berechnet als Differenz zwischen Gesamt- und freiem Chlor, sollte die Haelfte des freien Chlorwertes nicht ueberschreiten. Erhoehtes gebundenes Chlor weist auf die Bildung von Chloraminen hin, die die Desinfektionswirksamkeit verringern.
Wasserkklarheit ist ein kritischer Bestanden/Nicht-bestanden-Parameter unter TN67. Wenn das Wasser trueb oder undurchsichtig ist und der Beckenboden nicht sichtbar ist, muss die Anlage entleert und fuer die Oeffentlichkeit gesperrt werden, bis die Klarheit wiederhergestellt ist. Dies ist nicht nur aesthetisch begruendet, denn truebes Wasser verhindert die visuelle Erkennung von Gefahren, weist auf unzureichende Filtration hin und korreliert mit erhoehten Bakterienzahlen. Die Wassertemperatur wird erfasst, da Temperaturen ueber 20 Grad Celsius Bedingungen schaffen, die die Legionellen-Vermehrung beguenstigen.
| Parameter | Zielbereich | Massnahmenausloeser |
|---|---|---|
| Freies Chlor | 3,0 - 5,0 mg/L | Unter 3,0 mg/L: Dosierung erhoehen. Ueber 5,0 mg/L: Dosierung reduzieren, Regler pruefen. |
| Gesamtbrom (falls verwendet) | 4,0 - 6,0 mg/L | Unter 4,0 mg/L: Dosierung erhoehen. Ueber 6,0 mg/L: Dosierung reduzieren. |
| pH-Wert (Chlor) | 7,0 - 7,4 | Ausserhalb des Bereichs: Saeure-/Laugendosierung anpassen. Unter 7,0: Korrosionsrisiko. |
| pH-Wert (Brom) | 7,4 - 8,2 | Ausserhalb des Bereichs: Dosierung anpassen. Ueber 8,2: verringerte biozide Wirksamkeit. |
| Wasserklarheit | Klar (Boden sichtbar) | Trueb/undurchsichtig: Anlage entleeren und sperren. Filtration untersuchen. |
| Wassertemperatur | Ueberwachen (Wert erfassen) | Ueber 20 C: erhoehtes Legionellenrisiko. Verstaerkte Ueberwachung erforderlich. |
| Gebundenes Chlor | < 50% des freien Chlors | Erhoeht: weist auf Chloraminbildung hin. Umwaelzung erhoehen oder Teilentleerung. |
Zielwerte gemaess PWTAG TN67-Richtlinie. Anlagen mit reinem Entleerungs-/Fuellbetrieb (ohne kontinuierliche Desinfektion) erfordern haeufigere vollstaendige Wasserwechsel.
Fuer verwandte Wasserqualitaetsmanagement-Standards in Entwaesserungssystemen siehe den CIRIA C753 SuDS-Inspektionsstandard.
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Legionellen-Risikobewertung nach BS 8580
Wasserspiele werden aufgrund der Aerosolerzeugung als Hochrisikoquellen fuer Legionellen eingestuft. BS 8580 liefert das in TN67-Inspektionen integrierte Risikobewertungsrahmenwerk.
Legionella pneumophila, das fuer die Legionaerskrankheit verantwortliche Bakterium, gedeiht in warmem, stagnierendem Wasser zwischen 20 und 45 Grad Celsius und wird durch Einatmen kontaminierter Aerosoltroepfchen uebertragen. Dekorative Wasserspiele stellen einen idealen Uebertragungsweg dar, da sie warmes Umwaelzwasser mit aktiver Aerosolerzeugung durch Duesen, Spruehsysteme und Kaskaden kombinieren. BS 8580-1:2019 (Wasserqualitaet - Risikobewertungen zur Legionellenkontrolle) liefert die Risikobewertungsmethodik, auf die PWTAG TN67 zur Bewertung und Steuerung dieser Gefaehrdung verweist.
Die Risikobewertung bewertet vier miteinander verbundene Faktoren. Erstens wird das Aerosol-Erzeugungspotenzial von Hoch (Sprueh- und Nebel aus Duesen) ueber Mittel (Spritzen) und Niedrig (laminare Stroemung) bis Keine (stehendes Wasser) klassifiziert. Anlagen mit hohem Aerosolrisiko erfordern die strengsten chemischen Behandlungs- und Ueberwachungsregime. Zweitens wird der physische Zustand der Anlage auf Biofilm bewertet, der die schuetzende Matrix bildet, in der Legionellenkolonien sich etablieren und chemischer Behandlung widerstehen. Weit verbreiteter Biofilm ist ein kritischer Fehlerzustand, der sofortige Abschaltung und Tiefenreinigung erfordert.
Drittens werden Sediment und organische Ablagerungen als Naehrstoffquellen bewertet, die das Bakterienwachstum unterstuetzen. Starke Schlammablagerungen in einem Becken oder Ausgleichsbehaelter weisen auf ungenuegnde Wartung hin und erhoehen das Legionellenrisikoprofil erheblich. Viertens wird das Management-Rahmenwerk geprueft, um sicherzustellen, dass Legionellenuntersuchungen mindestens monatlich durchgefuehrt werden, dass Ergebnisse aufgezeichnet und Trends verfolgt werden und dass eine aktuelle Risikobewertung (juenger als zwei Jahre) fuer die Installation vorliegt. Der BS 8580-Risikobewertungsstatus im Inspektionsformular erfasst, ob die Risikobewertung aktuell, abgelaufen oder nicht vorhanden ist. Jede Detektion ueber 1000 KBE/L loest sofortige Korrekturmassnahmen aus, einschliesslich thermischer oder chemischer Schockbehandlung.
| Risikostufe | Mechanismus | Beispiel-Anlagentypen | Ueberwachungsimplikation |
|---|---|---|---|
| Hoch | Sprueh / Nebel | Bodenbuendige Duesen, Spruehbrunnen, Nebelsysteme | Maximale Desinfektion. Monatliche Legionellen-Tests. Vollstaendige BS 8580-Risikobewertung. |
| Mittel | Spritzen | Traditioneller Brunnen mit Duesen, Kaskaden mit Aufprallzonen | Standard-TN67-Desinfektion. Monatliche bakteriologische Tests. |
| Niedrig | Laminare Stroemung | Wasserwande, laminare Duesenanzeigen | Standard-TN67-Desinfektion. Vierteljaehrliche bakteriologische Tests akzeptabel. |
| Keine | Stehendes Wasser | Spiegelteiche, Zierteiche ohne Duesen | Reduzierte Ueberwachung akzeptabel. Algen- und aesthetische Wartung als primaeres Anliegen. |
Risikoklassifizierung bestimmt Ueberwachungshaeufigkeit und Desinfektionsintensitaet gemaess BS 8580-1:2019.
Die vollstaendige BS 8580-Methodik ist ueber die British Standards Institution (BSI) erhaeltlich.
Bewertung des physischen Zustands und der Anlagentechnik
Die physische Inspektion umfasst Beckenstruktur, umgebende Oberflaechen, biologische Kontaminationsindikatoren und die gesamte Anlagentechnik-Kette.
Die physische Inspektionskomponente einer PWTAG TN67-Bewertung evaluiert die Wasserspielanlage aus zwei Perspektiven: den sichtbaren Zustand des Beckens und seiner Umgebung sowie den Betriebszustand der Aufbereitungsanlagentechnik. Die Beckeninspektion verwendet eine strukturierte Bewertung, die an BS 8580-Zustandskategorien ausgerichtet ist. Die allgemeine Sauberkeit wird als Zufriedenstellend oder Unzureichend klassifiziert. Das Vorhandensein von Biofilm und Schleim wird auf einer dreistufigen Skala bewertet: Nicht sichtbar, Geringfuegiger lokalisierter Schleim oder Weit verbreiteter Biofilm. Die Unterscheidung zwischen geringfuegig und weit verbreitet ist operativ entscheidend, da weit verbreiteter Biofilm ein systemisches Versagen des Desinfektionsregimes anzeigt.
Sediment- und Abfallablagerungen werden in vier Kategorien klassifiziert: Keine, Organische Ablagerungen (Laub und Abfall), Kalkablagerungen und Verfaerbungen oder Schwerer Schlamm. Jede Kategorie hat unterschiedliche Sanierungsanforderungen. Organische Ablagerungen erfordern Entfernung und Ueberpruefung der Standortmanagementpraktiken. Kalkablagerungen weisen auf Wasserchemie-Ungleichgewichte hin, insbesondere erhoehte Kalziumhaerte oder pH-Wert. Schwerer Schlamm ist ein kritischer Befund, der Ablassen, mechanische Reinigung und Untersuchung der Filtrationseffektivitaet erfordert. Algenwachstum wird in vier Typen bewertet: Keine, Gruenalgen, Schwarzalgen oder Senfalgen.
Die Anlagenrauminspektion umfasst die gesamte Aufbereitungskette. Der Umwaelzstatus wird als Laufend, Aus (Geplant), Aus (Stoerung) oder Reduzierter Durchfluss erfasst. TN67 empfiehlt 24-Stunden-Dauerbetrieb fuer Anlagen mit oeffentlichem Zugang. Pumpensiebe werden auf Verstopfung oder Beschaedigung geprueft. Chemische Dosierleitungen werden auf Leckagen, Kristallisation und Lufteinschluesse inspiziert, die alle die Desinfektionszufuhr beeintraechtigen. Der UV-System-Status wird als Betriebsbereit, Stoerungsanzeige an, Leuchtmittelwechsel faellig oder Nicht zutreffend erfasst. TN67 spezifiziert eine UV-Mindestdosis von 40 mJ pro Quadratzentimeter fuer wirksame Sekundaerdesinfektion gegen Cryptosporidium.
Fuer aehnliche strukturelle Zustandsbewertungsmethoden bei Infrastrukturanlagen siehe die EN 13508-2 Kanalinspektion. Alle verfuegbaren Inspektionsstandards finden Sie im Normenverzeichnis.
Management-Aufzeichnungen und Compliance-Audit
TN67 und BS 8580 verlangen von Betreibern den dokumentierten Nachweis eines laufenden Wasserqualitaetsmanagements, der Pruefungen und der Risikobewertung.
Die letzte Stufe einer PWTAG TN67-Inspektion prueft die Standort-Management-Aufzeichnungen, um sicherzustellen, dass der Betreiber die erforderliche Dokumentation und das Pruefregime aufrechterhaelt. Die Betriebsbuch-Verfuegbarkeitspruefung bestaetigt, dass ein aktuelles Betriebsbuch vor Ort existiert, das taegliche Wasserchemiemessungen, chemische Dosierungsanpassungen, Geraetewartung und etwaige Vorfaelle oder Beschwerden dokumentiert. Das Fehlen eines Betriebsbuchs ist ein bedeutender Mangel, der auf ein reaktives statt proaktives Wassermanagement hindeutet.
Die Haeufigkeit bakteriologischer Tests wird durch Erfassung des Datums der letzten bakteriologischen Untersuchung ueberprueft. TN67 empfiehlt monatliche Tests fuer Anlagen mit oeffentlichem Zugang und Aerosol-Erzeugungspotenzial. Das Testpanel umfasst typischerweise Legionella pneumophila, E. coli (als faekaler Indikatororganismus), Pseudomonas aeruginosa (ein opportunistischer Erreger, der in warmem Wasser und Biofilm gedeiht) und die Gesamtkeimzahl (TVC) als allgemeiner Indikator fuer die mikrobielle Belastung. Das Inspektionsformular erfasst Probendetails einschliesslich einer eindeutigen Proben-ID, des Probennahmeorts und der spezifischen fuer jede Probe angeforderten Tests.
Der Risikobewertungsstatus wird als Aktuell (juenger als zwei Jahre), Abgelaufen oder Nicht verfuegbar klassifiziert. BS 8580 verlangt, dass Risikobewertungen mindestens alle zwei Jahre ueberprueft und bei wesentlichen Aenderungen an der Installation, der Wasserquelle, dem Betriebsregime oder nach jeder Legionellen-Detektion aktualisiert werden. Eine abgelaufene oder fehlende Risikobewertung stellt ein Versagen des Managementsystems dar, unabhaengig von den aktuellen Wasserqualitaetsergebnissen. Maengel werden mit Beschreibung, Kategorie, Prioritaetsstufe und obligatorischem Fotonachweis protokolliert.
Weitere Informationen zu den Legionellen-Kontrollrichtlinien finden Sie bei der Health and Safety Executive (HSE) Legionellen-Leitlinie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist PWTAG TN67?
PWTAG Technical Note 67 ist das britische Richtliniendokument fuer das Management von Wasserqualitaet und Sicherheit bei dekorativen Wasserspielen wie Brunnen, Kaskaden, Wasserwaenden und bodenbuendigen Duesen. Herausgegeben von der Pool Water Treatment Advisory Group, definiert es chemische Aufbereitungszielwerte, Inspektionsanforderungen und Betriebsmanagementstandards zur Verhinderung wasserbedingter Infektionen.
Warum ist der Chlorwert bei Wasserspielen hoeher als bei Schwimmbaedern?
PWTAG TN67 schreibt 3-5 mg/L freies Chlor fuer Wasserspiele vor, gegenueber 1-3 mg/L fuer Schwimmbader. Der hoehere Bereich kompensiert die groessere Umweltkontamination durch Vogelkot, Laub und Staub in Aussenanlagen sowie die intermittierenden Umwaelzplaene, die bei dekorativen Anlagen ueblich sind und eine Kontaminationsansammlung ermoeglichen.
Wie betrifft das Legionellenrisiko dekorative Wasserspiele?
Wasserspiele, die durch Duesen, Spruehsysteme oder Kaskaden Aerosole erzeugen, koennen Legionellenbakterien ueber eingeatmete Wassertroepfchen uebertragen. BS 8580-Risikobewertungen bewerten das Aerosol-Erzeugungspotenzial, die Wassertemperatur, die Biofilm-Praesenz und die Managementpraktiken zur Bestimmung der Risikostufe und der erforderlichen Ueberwachungshaeufigkeit.
Wie oft sollten PWTAG TN67-Inspektionen durchgefuehrt werden?
Taegliche Wasserchemiepruefungen (Chlor und pH) sollten vom Betreiber durchgefuehrt werden. Monatliche bakteriologische Tests einschliesslich Legionellenprobenahme werden fuer Anlagen mit oeffentlichem Zugang empfohlen. Vollstaendige Zustands- und Compliance-Inspektionen nach dem TN67-Rahmenwerk sollten mindestens vierteljaehrlich oder nach jedem Vorfall durchgefuehrt werden.
Ist PWTAG TN67 ein gesetzlich vorgeschriebener Standard?
PWTAG TN67 ist eine Richtlinie, kein Gesetz. Allerdings verlangen das Health and Safety at Work Act 1974 und die COSHH-Verordnungen 2002, dass Verantwortliche das Legionellenrisiko managen. TN67 und BS 8580 werden als der Sorgfaltsstandard anerkannt, auf den Gerichte und Vollzugsbehoerden verweisen.
Was passiert bei einer Legionellen-Detektion ueber 1000 KBE/L?
Eine Detektion ueber 1000 KBE/L loest gemaess BS 8580 sofortige Korrekturmassnahmen aus. Dies umfasst thermische oder chemische Schockbehandlung des Systems, eine vollstaendige Ueberpruefung der Risikobewertung, Untersuchung potenzieller Biofilm-Harbourage-Stellen, verstaerkte Ueberwachung mit erneuter Probenahme und moeglicherweise voruebergehende Schliessung der Anlage.
Was ist der Unterschied zwischen PWTAG TN67 und BS 8580?
TN67 liefert Wasserqualitaetszielwerte und betriebliche Anleitungen speziell fuer dekorative Wasserspiele (Chlorwerte, pH, Klarheit, UV-Anforderungen). BS 8580 liefert die umfassendere Legionellen-Risikobewertungsmethodik (Aerosolrisiko, Biofilm-Bewertung, Temperaturprofilierung, Management-Audit). Eine vollstaendige Wasserspiel-Inspektion kombiniert beide Rahmenwerke.
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