BS 5837 Baumerhebung

Die britische Norm fuer Baumerhebungen in der Bauleitplanung und Bauentwicklung.

BS 5837:2012 ist das massgebliche Referenzdokument im britischen Planungssystem zur Vereinbarung von Baumerhalt und Neubauvorhaben. Die Norm bietet Baumsachverstaendigen und Planungsbehoerden eine systematische Methodik zur Erfassung von Baeumen, Dokumentation von Art und Ausmass, Beurteilung von Zustand und Lebenserwartung, Zuordnung von Erhaltungskategorien mittels der Kaskadentabelle und Berechnung von Wurzelschutzzonen, die Bauschutzstreifen um erhaltene Baeume definieren.

BS 5837 tree survey process: Identify & Measure Tree, Assess Condition & Life Stage, Estimate Remaining Contribution, Apply Cascade Chart (U/A/B/C), Calculate Root Protection Area, Produce Tree Constraints Plan

Was ist BS 5837?

BS 5837:2012 (Baeume in Bezug auf Gestaltung, Abbruch und Bau) ist die britische Norm fuer Baumerhebungen im Rahmen des Planungssystems. Sie klassifiziert Baeume in die Erhaltungskategorien A, B, C oder U mittels der Kaskadentabelle und berechnet Wurzelschutzzonen aus dem Stammdurchmesser zur Festlegung von Bauschutzstreifen.

Vollständiger Name
Trees in Relation to Design, Demolition and Construction -- Recommendations
Herausgeber
BSI (British Standards Institution)
Aktuelle Fassung
Ausgabe 2012
ERHEBUNGSDATEN

Erhebungsmerkmale, Artbestimmung und Masserfassung

Die erste Phase einer BS 5837-Erhebung erfasst die physische Geometrie jedes Baumes, jeder Gruppe, Hecke oder Waldflaeche auf oder neben dem Entwicklungsgelaende.

BS 5837:2012 verlangt, dass jedes baumkundliche Merkmal auf oder neben einem Entwicklungsgelaende erfasst und einzeln referenziert wird. Die Norm erkennt vier verschiedene Erhebungsmerkmale an: Einzelbaum (T), Gruppe (G), Hecke (H) und Waldflaeche (W). Jedes Merkmal erhaelt eine eindeutige Referenznummer nach dem Schema T1, G1, H1 oder W1, die in allen nachfolgenden Plaenen und Berichten beibehalten wird. Der Merkmalstyp bestimmt, wie Messungen vorgenommen werden und wie die Wurzelschutzzone berechnet wird. Gruppen und Waldflaechn werden kollektiv bewertet statt Baum fuer Baum, was die praktische Realitaet widerspiegelt, dass ihr Wert fuer das Ortsbild aus dem Ensemble und nicht aus einzelnen Exemplaren resultiert.

BS 5837 Erhebungsmerkmale
CodeMerkmalstypBeschreibung
TEinzelbaumEin einzeln erfasster Baum mit eigener Referenz, Abmessungen und Kategorieeinstufung.
GGruppeEin Baumbestand, der kollektiv bewertet wird; der Wert ergibt sich aus dem Ensemble, nicht aus Einzelbaeumen.
HHeckeEine gepflegte lineare Pflanzung von Baeumen oder Straeuchern, bewertet nach Landschafts- und Abschirmungsfunktion.
WWaldflaecheEin groesseres Baumgebiet, das als Ganzes bewertet wird; interne Vielfalt und Randzustand sind Schluesselfaktoren.

Jedes Merkmal erhaelt eine eindeutige Referenz (z. B. T1, G3), die in allen Plaenen, Verzeichnissen und Berichten bestehen bleibt.

Die Masserfassung nach BS 5837 ist geometrisch praezise. Fuer jeden Baum erfasst der Gutachter den Stammdurchmesser in Millimetern, gemessen in 1,5 m Hoehe ueber dem Boden (der standardmaessige Brusthoehendrurchmesser oder BHD). Die Hoehe wird auf 0,5 m genau bei Baeumen unter 10 m und auf 1 m genau bei hoeheren Exemplaren erfasst. Die Kronenausdehnung wird als Radius vom Stamm zur Traufkante in vier Himmelsrichtungen gemessen: Nord, Ost, Sued und West. Diese Vierpunktmessung erfasst asymmetrische Kronen, die bei Baeumen in Gebaeudenaeehe oder an Waldraendern haeufig sind. Die Kronenfreiraumhoehe erfasst den niedrigsten bedeutenden Ast zusammen mit seiner Himmelsrichtung, was in die Schattenberechnung und Lichtraumprofilbewertung einfliesst.

Fuer mehrstaeammige Baeume sieht die Norm ein spezielles Messprotokoll vor. Das Stammzahlfeld unterscheidet zwischen einstaeammigen und mehrstaeammigen Exemplaren, und bei Mehrstaeammigkeit wird das Stammdurchmesserfeld wiederholbar, sodass jeder einzelne Stamm gemessen werden kann. Dies dient nicht nur der Dokumentation: BS 5837 schreibt eine quadratische Mittelwertberechnung (Root Mean Square, RMS) fuer die mehrstaeammige RPA vor, bei der der aeequivalente Einzelstammdurchmesser aus der Quadratwurzel der Summe der Quadrate jedes Stammdurchmessers abgeleitet wird. Ein Baum mit drei Staemmen von 300 mm, 250 mm und 200 mm hat einen RMS-Aequivalentdurchmesser von etwa 439 mm, was eine deutlich groessere RPA ergibt als jeder einzelne Stamm vermuten liesse.

ZUSTAND

Zustandsbewertung: Lebensphase, Gesundheit und Restbeitrag

Die zweite Phase bewertet die physiologische Gesundheit, die strukturelle Integritaet und den geschaetzten Restbeitrag jedes Baumes, um sein Zukunftspotenzial zu bestimmen.

Die Zustandsbewertung nach BS 5837 arbeitet ueber drei ergaenzende Dimensionen. Die Lebensphase klassifiziert, wo der Baum in seinem biologischen Entwicklungsbogen steht, von Jung ueber Halbreif, Fruehreif, Reif und Ueberreif bis Veteran. Dies ist keine einfache Altersangabe: Ein junger Baum ist einer, der sich noch etabliert und typischerweise gepfaehlt ist, waehrend ein Veteranenbaum aufgrund seiner altersbeingten Merkmale wie Hoehlungen, Totholzhabitate und Rindenstruktur von biologischem oder kulturellem Interesse ist. Die Unterscheidung zwischen Fruehreif und Reif ist fuer die RPA relevant: Ein fruehreifer Baum erreicht seine volle Hoehe, waechst aber noch kraeftig, was bedeutet, dass sein Wurzelsystem sich noch ausdehnt, waehrend ein reifer Baum Krone und Wurzelausdehnung stabilisiert hat.

BS 5837 Lebensphasen-Klassifikation
LebensphaseBeschreibung
JungSich etablierend, meist gepfaehlt oder kuerzlich gepflanzt. Wurzelsystem noch in Entwicklung.
HalbreifEtabliert und schnell wachsend, aber noch nicht auf voller Hoehe oder Kronenausdehnung.
FruehreifErreicht volle Hoehe, noch vitalkraeftig. Wurzelsystem dehnt sich noch aus.
ReifVolle Hoehe und Kronenausdehnung erreicht; vital, aber Wachstumsrate verlangsamt sich.
UeberreifKrone zieht sich zurueck, Vitalitaet nimmt ab. Kann bedeutende Habitatmerkmale aufweisen.
VeteranBaum von biologischem oder kulturellem Interesse aufgrund altersbeingter Merkmale wie Hoehlungen und Totholz.

Die Lebensphase beeinflusst den Geschaetzten Restbeitrag: Veteranen und ueberreife Baeume koennen weiterhin Kategorie A erhalten, wenn ihr kultureller oder Habitatwert einen 40+-Jahre-ERC rechtfertigt.

Der Physiologische Zustand erfasst die biologische Gesundheit des Baumes als Gut, Maessig, Schlecht oder Tot. Eine Bewertung mit Gut zeigt normale Belaubungsdichte, Farbe und Triebverlaengerung fuer die Art und Jahreszeit an. Maessig beschreibt Baeume mit spuerbarer, aber nicht kritischer Vitalitaetsminderung, wie teilweiser Kronenverlichtung oder geringfuegigem Absterben. Schlecht identifiziert Baeume mit schwerwiegendem Vitalitaetsverlust, oft verbunden mit Wurzelschaeden, Krankheiten oder anhaltendem Trockenstress. Tot ist selbsterklaerend, aber wichtig, weil ein toter Baum, der noch steht, keinen zukuenftigen Beitrag hat, aber ein unmittelbares Sicherheitsrisiko darstellen kann. Im Formular waehlt der Gutachter aus diesen vier Optionen im Feld Physiologischer Zustand.

Der Strukturelle Zustand bewertet die physische Stabilitaet des Baumes als Gut, Maessig, Schlecht oder Gefaehrlich. Gut zeigt eine solide Architektur ohne wesentliche Strukturdefekte an. Maessig beschreibt Baeume mit beherrschbaren Defekten wie kleinen Hoehlungen, eingewachsenen Rindenverbindungen oder Korrekturschnittwunden. Schlecht identifiziert Baeume mit erheblicher struktureller Beeintraechtigung, wie ausgedehnter Faeule, starker Schieflage oder grossen Hoehlenoeffnungen. Gefaehrlich kennzeichnet Baeume mit unmittelbarem Versagensrisiko. Die strukturelle Beurteilung ist unabhaengig von der physiologischen: Ein Baum kann physiologisch gut (volle Krone, kraeftiges Wachstum), aber strukturell schlecht (grosse Stammfusshoehlung) sein.

Der Geschaetzte Restbeitrag (Estimated Remaining Contribution, ERC) ist das folgenreichste Einzelfeld der gesamten Erhebung, da es direkt die Kategorieeignung bestimmt. BS 5837 definiert vier Schwellenwerte: unter 10 Jahre, 10+ Jahre, 20+ Jahre und 40+ Jahre. Ein Baum mit weniger als 10 Jahren Restbeitrag ist automatisch Kategorie U (Nicht fuer die Erhaltung geeignet). Kategorie A (Hohe Qualitaet) erfordert mindestens 40 Jahre. Kategorie B (Mittlere Qualitaet) erfordert mindestens 20 Jahre. Kategorie C (Niedrige Qualitaet) erfordert mindestens 10 Jahre. Der ERC ist ein fachliches Urteil, das sich auf Artenlebensdauer, aktuellen Zustand, Standortfaktoren und Pflegegeschichte stuetzt.

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KASKADENTABELLE

Die Kaskadentabelle: BS 5837 Erhaltungskategorie-Klassifikation

Die Kaskadentabelle ist das zentrale Entscheidungsinstrument von BS 5837. Sie uebersetzt Erhebungsdaten in eine Erhaltungskategorie, die direkt das Planungsergebnis fuer jeden Baum beeinflusst.

Die BS 5837-Kaskadentabelle ist das am haeufigsten referenzierte Element der Norm und das primaere Werkzeug, das kommunale Planungsbehoerden bei der Bewertung von baumkundlichen Gutachten verwenden. Sie klassifiziert jedes erfasste Merkmal in eine von vier Erhaltungskategorien: U (Nicht fuer die Erhaltung geeignet), A (Hohe Qualitaet), B (Mittlere Qualitaet) oder C (Niedrige Qualitaet). Die Klassifikation ist keine einfache Bewertungsuebung. Sie folgt einem hierarchischen Entscheidungsprozess, den die Norm als "Kaskade" bezeichnet, weil jede Kategorie Zugangskriterien hat, die erfuellt sein muessen, bevor der Baum in die Unterkategoriebewertung eintreten kann.

Kategorie U fungiert als erster Filter. Jeder Baum, dessen Zustand so ist, dass er im Kontext der aktuellen Landnutzung nicht realistisch laenger als 10 Jahre als lebender Baum erhalten werden kann, wird in Kategorie U eingestuft, unabhaengig von Art, Groesse oder Wert fuer das Ortsbild. Dies umfasst tote Baeume, Baeume mit irreversiblem Strukturversagen und Baeume, deren Geschaetzter Restbeitrag unter 10 Jahren liegt. Kategorie-U-Baeume werden auf dem Baumbestandsplan typischerweise in Dunkelrot dargestellt und unabhaengig vom Bauvorhaben zur Entfernung empfohlen. Eine wichtige Nuance ist der Ausdruck "im Kontext der aktuellen Landnutzung": Ein Baum, der an einer belebten Strasse Kategorie U ist, ist es moeglicherweise nicht in einer abgelegenen Waldumgebung.

BS 5837 Erhaltungskategorien (Kaskadentabelle)
KategorieQualitaetFarbcodeERC-SchwelleHauptkriterien
UNicht fuer Erhaltung geeignetDunkelrot<10 JahreKann im Kontext der aktuellen Landnutzung nicht realistisch als lebender Baum erhalten werden.
AHohe QualitaetHellgruen40+ JahreAussergewoehnliche Exemplare, wesentliche Landschaftselemente oder bedeutender Naturschutz-/historischer Wert.
BMittlere QualitaetMittelblau20+ JahreBaeume mit beeintraechtigtem (behebbarem) Zustand, praegenden Landschaftsmerkmalen oder maessigem kulturellem Nutzen.
CNiedrige QualitaetGrau10+ JahreUnscheinbare Baeume, begrenzter Wert oder Jungbaeume mit Stammdurchmesser unter 150 mm.

Kategorien A, B und C muessen durch mindestens eine Unterkategorie qualifiziert werden: 1 (Baumkundlich), 2 (Landschaft) oder 3 (Kulturell/Naturschutz).

Baeume, die den Kategorie-U-Filter passieren, treten in die Qualitaetsklassifikation ein. Kategorie A (Hohe Qualitaet) erfordert einen Geschaetzten Restbeitrag von mindestens 40 Jahren und mindestens eine qualifizierende Unterkategorie. Unterkategorie 1 (Baumkundlich) gilt fuer Baeume, die gute Beispiele ihrer Art sind, seltene oder ungewoehnliche Formen aufweisen oder aussergewoehnliche Vitalitaet zeigen. Unterkategorie 2 (Landschaft) gilt fuer Baeume, die wesentliche Bestandteile formaler Gestaltungselemente, Alleen oder Gruppen mit bedeutendem visuellem Wert sind. Unterkategorie 3 (Kulturell) umfasst Baeume mit Naturschutz-, historischem oder Gedenkwert. Kategorie B (Mittlere Qualitaet) erfordert einen 20+-Jahre-ERC und wendet dieselben drei Unterkategorien mit reduziertem Schwellenwert an. Kategorie C (Niedrige Qualitaet) erfordert einen 10+-Jahre-ERC und umfasst unscheinbare Baeume oder Jungbaeume mit einem Stammdurchmesser unter 150 mm.

Das Unterkategoriesystem verleiht der Kaskadentabelle ihre Differenziertheit. Ein Baum muss unter mindestens einer Unterkategorie (1, 2 oder 3) qualifiziert sein, um eine Einstufung in Kategorie A, B oder C zu erhalten. Ein Baum kann gleichzeitig unter mehreren Unterkategorien qualifiziert sein. Beispielsweise koennte eine alte Eiche Kategorie A mit den Unterkategorien 1 (aussergewoehnliches Exemplar), 2 (dominantes Landschaftselement) und 3 (historischer Grenzbaum) sein. Die Unterkategorie wird im Formular ueber drei boolesche Schalter erfasst, sodass der Baumsachverstaendige die Grundlage fuer die Kategorieeinstufung explizit dokumentiert.

WURZELSCHUTZ

Wurzelschutzzone: Berechnung des Bauschutzstreifens

Die Wurzelschutzzone (Root Protection Area, RPA) ist das raeumliche Ergebnis der BS 5837-Erhebung, das den Grundrissentwurf und die Baumethodik direkt einschraenkt.

Die Wurzelschutzzone (RPA) ist der Mindestbereich um einen erhaltenen Baum, der ungestoert bleiben muss, um die langfristige Lebensfaehigkeit des Baumes zu gewaehrleisten. BS 5837 definiert die RPA als Kreis mit einem Radius gleich dem 12-fachen des Stammdurchmessers in Metern. Fuer einen Baum mit einem Stammdurchmesser von 500 mm betraegt der RPA-Radius 6,0 Meter, was eine Kreisflaeche von etwa 113 Quadratmetern ergibt. Die Norm begrenzt den RPA-Radius auf 15 Meter (entsprechend einem Stammdurchmesser von 1.250 mm oder mehr), was eine maximale RPA-Flaeche von etwa 707 Quadratmetern ergibt.

Die Berechnung ist fuer einstaeammige Baeume unkompliziert: RPA-Radius (m) = Stammdurchmesser (mm) x 0,012. Fuer mehrstaeammige Baeume schreibt BS 5837 die quadratische Mittelwertmethode vor. Der Gutachter misst jeden Stamm in 1,5 m Hoehe, quadriert jeden Durchmesser, summiert die Quadrate und zieht die Quadratwurzel, um den aequivalenten Einzelstammdurchmesser abzuleiten. Dieser Aequivalentdurchmesser geht dann in den Standard-12x-Multiplikator ein. Die RMS-Methode beruecksichtigt, dass ein mehrstaeammiger Baum mit mehreren maessigen Staemmen ein groesseres kombiniertes Wurzelsystem hat als jeder einzelne Stamm vermuten liesse. Im digitalen Formular wird das Stammdurchmesserfeld wiederholbar, wenn die Stammzahl auf Mehrstaeammig gesetzt ist.

Waehrend die Standard-RPA kreisfoermig ist, erkennt BS 5837 an, dass Standortbedingungen Aenderungen der RPA-Form erfordern koennen. Wo bestehende Hartflaechen, Gebaeude oder Infrastruktur das Wurzelwachstum in einer bestimmten Richtung nachweislich verhindern, darf der Baumsachverstaendige die RPA auf eine nicht-kreisfoermige Form aendern, sofern die Gesamtflaeche beibehalten wird. Das Feld RPA-Formaenderungsnotizen im Formular dokumentiert die Begruendung fuer jede solche Anpassung. Haeufige Szenarien sind Baeume an Grenzmauern, Strassenbaeume mit historisch eingeschraenktem Wurzelwachstum und Baeume neben tiefen Kellern. Jede Aenderung muss durch Standortnachweise begruendet sein, nicht durch Baukomfort.

Die RPA wird direkt auf den Baumbestandsplan (Tree Constraints Plan, TCP) uebertragen, der eines der Pflichtdokumente ist, die einem Bauantrag beiliegen, wenn Baeume betroffen sind. Der TCP zeigt jeden erfassten Baum massstabsgerecht mit seiner RPA als schattiertem Kreis (oder modifizierter Form). Kategorie-A-Baeume werden in Gruen, Kategorie B in Blau, Kategorie C in Grau und Kategorie U in Dunkelrot dargestellt. Der TCP ermoeglicht es dem Planungsteam, die raeumlichen Beschraenkungen zu visualisieren, bevor ein Grundriss festgelegt wird.

BS 5837:2012 wird herausgegeben vom British Standards Institution (BSI). Fuer fachliche Hinweise zu baumkundlichen Erhebungen und Baumgutachten bietet die Arboricultural Association Ressourcen fuer Fachleute und Akkreditierungswege.

Fuer deutsche Baumkontrolle zur Erfuellung der Verkehrssicherungspflicht, siehe den FLL Baumkontrolle Leitfaden. Fuer biomechanische Baumbeurteilung nach der Koerpersprache der Baeume, siehe den VTA Mattheck Baumkontrolle-Leitfaden. Alle verfuegbaren Inspektionsstandards finden Sie in der Normenbibliothek.

FRAGEN

Häufig gestellte Fragen

Was ist BS 5837?

BS 5837:2012 (Baeume in Bezug auf Gestaltung, Abbruch und Bau) ist die britische Norm mit Empfehlungen zur Erfassung von Baeumen auf Entwicklungsgelaenden. Sie definiert eine Methodik zur Dokumentation von Art, Abmessungen und Zustand, klassifiziert Baeume dann in Erhaltungskategorien (U, A, B oder C) und berechnet Wurzelschutzzonen fuer Entwurfs- und Planungsentscheidungen.

Wie wird die BS 5837-Erhaltungskategorie bestimmt?

Die Erhaltungskategorie wird ueber die Kaskadentabelle bestimmt. Baeume werden zunaechst auf Kategorie U geprueft (nicht fuer die Erhaltung geeignet bei einem Restbeitrag unter 10 Jahren). Verbleibende Baeume werden als A (Hoch, 40+ Jahre ERC), B (Mittel, 20+ Jahre) oder C (Niedrig, 10+ Jahre) eingestuft und durch Unterkategorien fuer baumkundlichen Wert, Landschaftswert oder kulturelle Bedeutung qualifiziert.

Wie wird die Wurzelschutzzone (RPA) berechnet?

Die RPA wird als Kreis mit einem Radius gleich dem 12-fachen des Stammdurchmessers in Metern berechnet. Fuer einen 400-mm-Stamm betraegt der Radius 4,8 m (Flaeche ca. 72 m2). Bei mehrstaeammigen Baeumen wird der quadratische Mittelwert aller Stammdurchmesser verwendet. Der maximale RPA-Radius ist auf 15 m begrenzt, was eine Hoechstflaeche von etwa 707 m2 ergibt.

Ist eine BS 5837-Erhebung fuer Bauantraege gesetzlich vorgeschrieben?

BS 5837-Erhebungen sind keine gesetzliche Pflicht, aber die grosse Mehrheit der britischen Planungsbehoerden verlangt sie als Bedingung gueltiger Bauantraege, wenn Baeume auf oder neben einem Entwicklungsgelaende vorhanden sind. Das National Planning Policy Framework und lokale Baumschutzrichtlinien machen die BS 5837-Konformitaet in der Praxis faktisch verbindlich.

Was ist der Unterschied zwischen BS 5837 und einer Baumrisikobewertung?

BS 5837 ist eine Erhebung vor der Bauentwicklung, die sich auf Baumqualitaet, Erhaltungswert und raeumliche Beschraenkungen fuer den Entwurf konzentriert. Eine Baumrisikobewertung (wie QTRA oder ISA TRAQ) bewertet die Versagenswahrscheinlichkeit und deren Folgen. BS 5837 informiert Planungsentscheidungen; Risikobewertungen informieren das Sicherheitsmanagement.

Welche Qualifikationen werden fuer eine BS 5837-Erhebung benoetigt?

BS 5837-Erhebungen sollten von qualifizierten Baumsachverstaendigen durchgefuehrt werden. Die meisten Planungsbehoerden erwarten eine Mitgliedschaft in der Arboricultural Association oder gleichwertiger Organisation, mit relevanten Qualifikationen wie einem Abschluss in Baumpflege oder Forstwirtschaft oder dem Technician Certificate in Arboriculture (TechArborA).

Was sind die BS 5837-Unterkategorien?

Jede Erhaltungskategorie (A, B oder C) muss durch mindestens eine Unterkategorie qualifiziert werden. Unterkategorie 1 (Baumkundlich) bezieht sich auf den Baum als Exemplar seiner Art. Unterkategorie 2 (Landschaft) bezieht sich auf seinen visuellen oder raeumlichen Beitrag. Unterkategorie 3 (Kulturell/Naturschutz) bezieht sich auf historischen, Gedenk- oder oekologischen Wert. Ein Baum kann unter mehreren Unterkategorien qualifiziert sein.

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