DIN 79008 Fahrradparken

Die deutsche Norm fuer Sicherheit, Abstandskonformitaet und Zustandsbewertung stationaerer Fahrradabstellanlagen.

DIN 79008 ist die massgebliche deutsche Norm fuer stationaere Fahrradparksysteme. Herausgegeben vom Deutschen Institut fuer Normung (DIN) und weitgehend uebernommen vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club), ersetzte sie 2016 die fruehere ADFC Technische Richtlinie TR 6102. Die Norm gliedert sich in zwei Teile: DIN 79008-1 behandelt Anforderungen an Geometrie, Sicherheit, Diebstahlschutz und Benutzbarkeit, waehrend DIN 79008-2 die zugehoerigen Pruefverfahren definiert. Da deutsche Staedte im Rahmen nationaler Mobilitaetsplaene stark in Radverkehrsinfrastruktur investieren, ist die DIN 79008-Konformitaet zu einem zentralen Massstab fuer Kommunen, Architekten und Anlagenbetreiber bei Beschaffung, Installation und Wartung von Fahrradabstellanlagen geworden. Das digitale Inspektionsformular erfasst Systemklassifizierung, geometrische Abstandsmessungen, Sicherheitspruefungen und eine abschliessende Konformitaets- und Zustandsbewertung.

DIN 79008 Inspektionsprozess fuer Fahrradabstellanlagen: Systemtyp klassifizieren, Abstaende und Geometrie messen, Sicherheitsgefahren bewerten, Doppelstockparker-Mechanismen pruefen, Konformitaet und Zustandsnote bestimmen

Was ist DIN 79008?

DIN 79008 (Stationaere Fahrradparksysteme) ist die deutsche Norm fuer stationaere Fahrradabstellanlagen. Sie definiert Sicherheits-, Abstands- und Diebstahlschutzanforderungen fuer fuenf Bauarten einschliesslich Anlehnbuegel, Vorderradhalter, Doppelstockparker und Fahrradboxen. Die Inspektion erzeugt eine dreistufige DIN-Konformitaetsbewertung und eine Zustandsnote von 1 (Sehr Gut) bis 5 (Mangelhaft).

Vollständiger Name
Stationaere Fahrradparksysteme — Anforderungen und Pruefverfahren (DIN 79008-1/-2)
Herausgeber
DIN (Deutsches Institut fuer Normung)
Aktuelle Fassung
DIN 79008:2016
SYSTEMKLASSIFIZIERUNG

Bauarten von Fahrradabstellanlagen nach DIN 79008

Jede DIN 79008-Inspektion beginnt mit der Klassifizierung des Parksystems, die bestimmt, welche geometrischen und sicherheitstechnischen Anforderungen gelten.

DIN 79008 unterscheidet fuenf Bauarten stationaerer Fahrradabstellanlagen: Anlehnbuegel, Vorderradhalter, Doppelstockparker, Fahrradboxen und Kombinierte Systeme. Jeder Typ hat grundlegend unterschiedliche geometrische Huellmasse, Sicherheitsprofile und Diebstahlschutzfaehigkeiten, weshalb die Bauart-Auswahl das erste Feld im Inspektionsformular ist und die nachfolgende Validierungslogik steuert.

DIN 79008 Bauarten von Fahrradabstellanlagen
BauartDeutscher BegriffRahmenanschlussWesentlicher Aspekt
AnlehnbuegelAnlehnbuegelRahmen + RadDIN-bevorzugtes Design, stuetzt Rahmen an zwei Punkten
VorderradhalterVorderradhalterNur RadFelgenschadenrisiko (Felgenkiller), oft nicht konform
DoppelstockparkerDoppelstockparkerRahmen + RadErfordert Hubunterstuetzung, Daempfung und Schienensicherheitspruefungen
FahrradboxFahrradboxEingeschlossenHoechster Diebstahlschutz, individueller Zugangsmechanismus erforderlich
Kombiniertes SystemKombiniertes SystemVariiertGemischte Typen in einer Anlage, jeder Typ wird separat bewertet

DIN 79008 verlangt, dass der Fahrradrahmen anschliessbar sein muss (Anschlussmoeglichkeit). Systeme, die nur Radanschluss erlauben, werden nach Abschnitt 7.2 als Nicht Konform bewertet.

Der Anlehnbuegel ist das DIN-bevorzugte Design, da er das Fahrradgestell an zwei Punkten stuetzt, Felgenschaeden verhindert und einen sicheren Anschlusspunkt fuer Rahmen und Rad bietet. Vorderradhalter greifen nur das Vorderrad und werden haeufig als nicht konform eingestuft, weil sie seitliche Kraft auf die Felge ausueben — ein Phaenomen, das umgangssprachlich als Felgenkiller bezeichnet wird. DIN 79008-1 Abschnitt 6.9 warnt ausdruecklich vor felgenschaedigenden Konstruktionen. Doppelstockparker maximieren die Kapazitaet in beengten Raeumen wie Bahnhoefen und Parkhaeusern, fuehren aber zusaetzliche Sicherheitsanforderungen fuer Hubmechanismen, Auszugsdaempfung und Oberschienensicherung ein. Fahrradboxen bieten den hoechsten Diebstahlschutz und Witterungsschutz, erfordern aber individuelle Zugangsmechanismen, die den Fangstellensicherheitsregeln entsprechen muessen.

Das Feld DIN-Klassifizierung unterteilt Anlagen in Objektbereich fuer oeffentliche und stark frequentierte Standorte und Wohnbereich fuer private oder gesicherte Umgebungen. Anlagen im Objektbereich unterliegen strengeren Anforderungen an strukturelle Verankerung, Korrosionsbestaendigkeit und Vandalismusschutz, da sie einer hoeheren Nutzungsintensitaet und weniger kontrolliertem Zugang ausgesetzt sind. Das Feld Montageart erfasst, ob das System einbetoniert, auf Grundplatte verschraubt oder freistehend/beschwert installiert ist. Einbetonierte Montage bietet die hoechste Standsicherheit und den besten Diebstahlschutz, waehrend freistehende Installationen bei temporaeren Aufstellungen ueblich sind, wo dauerhafte Bodenverankerung nicht moeglich ist.

Fuer Barrierefreiheitsanforderungen, die oft neben Fahrradabstellanlagen in oeffentlichen Raeumen gelten, siehe den DIN 18040 Barrierefreiheitsstandard.

MASSE & GEOMETRIE

Kritische Abstandsanforderungen: Das Lenkerkollisionsproblem

Die geometrische Konformitaet ist der haeufigste Fehlerpunkt bei DIN 79008-Inspektionen. Radabstand, Vertikalanordnung und Reifenbreitenkapazitaet bestimmen, ob Fahrraeder kollisionsfrei abgestellt werden koennen.

DIN 79008-1 legt praezise Mindestabstandsmasse fest, die die am haeufigsten nicht erfuellte Anforderung bei Feldpruefungen darstellen. Der Radabstand definiert den Achsabstand zwischen benachbarten Abstellplaetzen. Bei gleichmaessiger Tiefeinstellung betraegt der Mindestradabstand 70 cm. Bei wechselnder Hoch-/Tiefstellung sinkt das Minimum auf 50 cm, da der Hoehenversatz von mindestens 20 cm Lenkerkollisionen zwischen benachbarten Fahrraedern verhindert. Diese Werte sind nicht willkuerlich: Sie leiten sich aus ergonomischen Studien zu Standard-Fahrradlenkerbreiten ab, die von 42 cm bei Rennraedern bis 78 cm bei Lastfahrraedern reichen.

Das Feld Lenkerkonflikt ist eine kritische visuelle Pruefung waehrend der Inspektion. Selbst wenn der Radabstand auf dem Papier die Mindestanforderung erfuellt, koennen reale Bedingungen wie Lenkerformen, Korbaufsaetze oder Lastenrad-Dimensionen dennoch zu Behinderungen fuehren. Der Inspektor prueft physisch, ob abgestellte Fahrraeder in benachbarten Plaetzen sich auf Lenkerhoehe beruehren oder ueberlappen. Wird ein Konflikt festgestellt, erhaelt die Anlage einen Abweichungsvermerk, selbst wenn der gemessene Abstand technisch konform ist. Diese praktische Verifikation unterscheidet eine DIN 79008-Konformitaetspruefung von einer einfachen Massueberpruefung.

Das Feld Reifenbreitenkapazitaet erfasst die maximale Reifenbreite, die der Halter aufnehmen kann, gemessen in Millimetern. DIN 79008 verlangt die Aufnahme gaengiger Fahrradreifenbreiten mit einem Zielwert von 55 mm oder mehr, um moderne Stadtraeder, E-Bikes und Tourenraeder zu unterstuetzen. Viele aeltere Vorderradhalter haben schmale Schlitze fuer 23-28 mm Rennradreifen und koennen die heute bei Alltagsfahrraedern ueblichen breiteren Reifen nicht sicher halten. Die Auswahl der Vertikalanordnung ist besonders wichtig, da sie den geltenden Abstandsschwellenwert bestimmt. Im digitalen Formular passt die Auswahl von Hoch-/Tiefstellung automatisch die Mindestradabstand-Validierung von 70 cm auf 50 cm an, was den durch den Hoehenunterschied verringerten Lenkerkonflikt widerspiegelt.

Abstandsanforderungen fuer Fahrradabstellanlagen ergaenzen den umfassenderen Ansatz zur Radverkehrsinfrastruktur beschrieben im LTN 1/20 CLOS Radverkehrsstandard.

SICHERHEIT & ZUSTAND

Sicherheitsbewertung nach DIN 79008-1 Abschnitt 6

Der Sicherheitsinspektionsabschnitt bewertet Standsicherheit, Fangstellenrisiken, Korrosion und Diebstahlschutz gemaess DIN 79008-1 Abschnitt 6.

DIN 79008-1 Abschnitt 6 definiert sieben Kategorien von Sicherheitsanforderungen, die bei der Inspektion geprueft werden muessen. Die Standsicherheit (Abschnitt 6.6) wird auf einer dreistufigen Skala bewertet: Fest verankert bedeutet, dass das System fest verankert ist und unter normaler Belastung keine Bewegung zeigt. Wackelt zeigt wahrnehmbare Bewegung am Fuss oder an Befestigungspunkten an, die fuer Abhilfemassnahmen markiert werden muss. Geloest bedeutet, dass sich das System von seinem Fundament getrennt hat und ein unmittelbares Kipp- oder Einsturzrisiko darstellt, das die Ausserbetriebnahme der Anlage erfordert.

Fangstellen (Abschnitt 6.3) werden getrennt fuer Kopf-/Nackenrisiken und Fingerrisiken geprueft. Kopf- und Nacken-Fangstellen werden an Oeffnungen ueber 60 cm Hoehe bewertet, insbesondere V-foermige Luecken oder zusammenlaufende Rohre, in denen ein Kinderkopf eingeklemmt werden koennte. Finger-Fangstellen werden an allen beweglichen Teilen geprueft, besonders relevant bei Doppelstockparkern mit Gleitschienen. Scharfe Kanten und Grate (Verletzungsgefahr, Abschnitt 6.2) umfassen alle vorstehenden Metallkanten, splitteranfaelliges Holz oder offene Rohrenden, die Schnitt- oder Stichwunden verursachen koennten. Die Wegrollsicherung (Abschnitt 6.5) prueft, ob das abgestellte Fahrrad am Herausrollen oder Umfallen im Halter unter Eigengewicht gehindert wird.

Korrosion und Materialzustand (Abschnitt 6.1) verwendet eine vierstufige Klassifizierung: Gut (keine Korrosion), Oberflaechenrost, Struktureller Rost/Faeulnis und Beschichtung beschaedigt. Oberflaechenrost ist kosmetisch und beeintraechtigt die Funktion nicht, aber struktureller Rost oder Faeulnis gefaehrdet die Tragfaehigkeit und loest typischerweise eine Zustandsnote von 4 (Ausreichend) oder schlechter aus. Beschaedigung der Beschichtung bedeutet, dass der Schutzanstrich versagt hat und kuenftige Korrosion beschleunigt wird.

Diebstahlschutz (Abschnitt 7.2) ist eine zentrale DIN-Anforderung. Die Norm verlangt, dass das Parksystem das Anschliessen des Fahrradrahmens ermoeglichen muss, nicht nur des Rades. Systeme, die nur Radanschluss erlauben, erhalten eine Bewertung als Nicht Konform, da ein Dieb den Schnellspanner loesen und den Rahmen stehlen kann. Das Formular unterscheidet drei Stufen: Rahmen + Rad anschliessbar (DIN-Mindestanforderung), Nur Rad und Keine. Das Feld Felgenschadenrisiko (Abschnitt 6.9) klassifiziert, ob die Halterungskonstruktion seitliche Kraft auf die Felge ausuebt. Als hoch eingestufte Halter werden umgangssprachlich Felgenkiller genannt und gelten als grundsaetzlich nicht konform mit modernen DIN 79008-Anforderungen.

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ZUSTANDSNOTE & KONFORMITAET

Abschlussbewertung: Zustandsnote und DIN-Konformitaet

Die Abschlussbewertung kombiniert eine fuenfstufige Zustandsnote mit einer dreistufigen DIN-Konformitaetsbestimmung und einer optionalen ADFC-Empfehlung.

Die Zustandsnote verwendet eine Standard-Infrastrukturskala von 1 bis 5, die den physischen Zustand der Fahrradabstellanlage unabhaengig von der DIN-Konformitaet quantifiziert. Note 1 (Sehr Gut) zeigt neuen oder neuwertigen Zustand ohne Korrosion, perfekte Stabilitaet und reibungslos funktionierende Mechanismen. Note 2 (Gut) zeigt oberflaechliche Gebrauchsspuren wie geringe Lackkratzer, bleibt aber voll funktionsfaehig und stabil ohne Sicherheitsmaengel. Note 3 (Befriedigend) spiegelt sichtbare Alterung wie Oberflaechenrost, geringe Instabilitaet oder schwergaengige Mechanismen wider; die Anlage ist sicher nutzbar, aber Wartung ist erforderlich. Note 4 (Ausreichend) zeigt erhebliche Maengel wie verbogene Buegel, defekte Schloesser oder tiefe Korrosion, wobei die Nutzung erschwert ist oder das Fahrrad beschaedigt werden koennte, mit hoher Reparaturdringlichkeit. Note 5 (Mangelhaft) signalisiert Strukturversagen, Loesung vom Boden, schwere scharfe Kanten oder Mechanismusausfall und stellt eine unmittelbare Gefahr dar, die die Ausserbetriebnahme erfordert.

DIN 79008 Zustandsnoten-Skala
NoteZustandBezeichnungBeschreibung
1Sehr GutSehr GutNeu oder neuwertig, keine Maengel, alle Mechanismen funktionsfaehig
2GutGutGeringe Gebrauchsspuren (Lackkratzer), voll funktionsfaehig, keine Sicherheitsmaengel
3BefriedigendBefriedigendSichtbare Alterung (Oberflaechenrost), geringe Instabilitaet, Wartung erforderlich
4AusreichendAusreichendErhebliche Maengel (verbogene Buegel, defekte Schloesser), beeintraechtigte Funktion
5MangelhaftMangelhaftStrukturversagen, geloest, unmittelbare Gefahr — Ausserbetriebnahme erforderlich

Die Zustandsnote bewertet den physischen Zustand unabhaengig von der DIN-Konformitaet. Ein fabrikneuer Felgenkiller kann Note 1 (Sehr Gut) fuer den Zustand erhalten und dennoch als Nicht Konform bewertet werden.

Das Feld DIN 79008-Konformitaet ist eine separate Bewertung vom Zustand. Eine Anlage kann sich in ausgezeichnetem physischem Zustand (Note 1) befinden und dennoch Nicht Konform sein, wenn sie grundlegende DIN-Anforderungen nicht erfuellt — beispielsweise ein fabrikneuer Felgenkiller-Vorderradhalter, der konstruktionsbedingt keinen Rahmenanschluss bieten kann und uebermassige Seitenkraft auf die Felge ausuebt. Umgekehrt kann ein konformes Design durch Vernachlaessigung in schlechten Zustand geraten sein. Die drei Konformitaetsstufen sind: Konform (erfuellt alle Abstands- und Sicherheitsanforderungen), Geringe Abweichungen (erfuellt die meisten Anforderungen mit kleinen Ausnahmen wie 2 cm unter Mindestabstand) und Nicht Konform (versagt bei einer oder mehreren kritischen DIN-Anforderungen wie Abstand unter 50 cm, Felgenkiller-Design oder kein Rahmenanschlusspunkt).

DIN 79008 Konformitaetsstufen
StufeBezeichnungKriterienTypische Ausloeser
KonformKonformErfuellt alle Abstands- und SicherheitsanforderungenRadabstand ≥ 70/50 cm, Rahmen anschliessbar, kein Felgenschadenrisiko
Geringe AbweichungenGeringe AbweichungenErfuellt die meisten Anforderungen mit kleinen AusnahmenAbstand 2–5 cm unter Minimum, geringe kosmetische Maengel
Nicht KonformNicht KonformVersagt bei einer oder mehreren kritischen DIN-AnforderungenAbstand < 50 cm, Felgenkiller-Design, kein Rahmenanschlusspunkt

Die Konformitaet wird anhand der DIN 79008-1-Anforderungen bewertet. Die ADFC-Empfehlung erfordert volle Konformitaet plus zusaetzliche Gebrauchstauglichkeitskriterien.

Das Feld ADFC-Empfehlung gibt an, ob die Anlage die Kriterien des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) erfuellt. ADFC-Kriterien sind strenger als die reine DIN-Konformitaet: Sie erfordern volle DIN-Konformitaet plus ausreichenden Abstand, Rahmenanschlussmoeglichkeit und witterungsgeschuetzte Bauweise bei Wohnanlagen. Eine ADFC-empfohlene Anlage signalisiert Kommunen und Gebaeudebetreibern, dass die Infrastruktur den Best-Practice-Standards fuer Radverkehr entspricht. Das Formular umfasst auch Felder fuer Maengelfotos und Freitextkommentare, die es Inspektoren ermoeglichen, spezifische Probleme fuer Instandhaltungsplanung und Pruefnachweise zu dokumentieren.

DOPPELSTOCKPARKER

Doppelstockparker: Hubmechanismus, Daempfung und Schienensicherheit

Doppelstockparker fuehren besondere Sicherheitsanforderungen fuer Hubunterstuetzung, Auszugsdaempfung und Oberschienensicherung ein, die fuer ebenerdige Abstellanlagen nicht gelten.

Doppelstock-Fahrradparksysteme sind zunehmend verbreitet an deutschen Bahnhoefen, Flughaefen und grossen Buerokomplexen, wo der Bodenplatz begrenzt ist. DIN 79008-1 Abschnitt 6.8 verlangt, dass die obere Ebene eines Doppelstocksystems eine ergonomische Hubunterstuetzung umfasst, damit Nutzer Fahrraeder ohne uebermassige koerperliche Anstrengung abstellen und entnehmen koennen. Die Norm erkennt drei Hubunterstuetzungstypen an: Gasdruckfeder, die pneumatischen Druck zur Gewichtskompensation des Fahrrads nutzt und der gaengigste Mechanismus moderner Anlagen ist; Mechanische Feder mit Spiral- oder Blattfedern; und Keine (Manuell), bei der der Nutzer das Fahrrad ohne Unterstuetzung hebt. Manuelle Systeme werden bei der Inspektion beanstandet, da sie die Nutzung erschweren und Verletzungsrisiken bergen, insbesondere bei E-Bikes mit 20-30 kg Gewicht.

Die Auszugsdaempfung ist eine Sicherheitsfunktion, die verhindert, dass die Oberschiene beim Herausziehen unkontrolliert heruntergleitet. Ohne Daempfung kann die Schiene unter Schwerkraft herausgleiten und den Nutzer treffen oder Fahrraeder in der unteren Ebene beschaedigen. Das Feld Auszugsdaempfung ist eine Bestanden-/Nicht-Bestanden-Pruefung: Entweder kontrolliert der Mechanismus die Sinkgeschwindigkeit der Schiene oder nicht. Die Oberschienensicherheit bewertet, ob die ausgezogene Schiene in der Ausfahrposition waehrend des Be- und Entladens sicher arretiert. Eine Schiene, die in der Ausfahrposition arretiert, erlaubt dem Nutzer, das Fahrrad beidhaendig zu laden ohne Risiko eines unerwarteten Zurueckgleitens. Eine unkontrolliert gleitende Schiene stellt eine erhebliche Sicherheitsgefahr dar, besonders wenn sie mit einem schweren E-Bike beladen ist, da das Gewicht ein ploetzliches Zurueckgleiten verursachen und dabei Finger einklemmen oder das Fahrrad aus der Hoehe herunterfallen lassen kann.

Diese Doppelstockparker-spezifischen Felder werden im digitalen Formular bedingt angezeigt: Sie erscheinen nur, wenn der Systemtyp auf Doppelstockparker eingestellt ist. Diese bedingte Logik stellt sicher, dass Inspektoren bei der Bewertung von Anlehnbuegeln oder Fahrradboxen keine irrelevanten Felder sehen, waehrend Doppelstockparker-Inspektionen alle zusaetzlichen Sicherheitsdaten erfassen, die die Norm verlangt. Die Kombination aus Hubunterstuetzungstyp, Auszugsdaempfung und Schienenarretierungsstatus gibt Anlagenbetreibern ein vollstaendiges Bild der mechanischen Sicherheit ihrer Doppelstockinstallationen und informiert die Wartungsplanung fuer Federaustausch, Daempferwartung und Riegeleinstellung.

Die Norm wird herausgegeben und gepflegt vom DIN (Deutsches Institut fuer Normung). Der ADFC bietet zusaetzliche Zertifizierungsleitlinien durch die ADFC Fahrradabstellempfehlungen.

FRAGEN

Häufig gestellte Fragen

Was ist DIN 79008?

DIN 79008 (Stationaere Fahrradparksysteme) ist die deutsche Norm fuer stationaere Fahrradabstellanlagen. 2016 veroeffentlicht, definiert sie Anforderungen an Sicherheit, geometrische Abstaende, Diebstahlschutz und Benutzbarkeit fuer fuenf Bauarten einschliesslich Anlehnbuegel, Doppelstockparker und Fahrradboxen.

Was ist der Mindestradabstand nach DIN 79008?

Der Mindestradabstand betraegt 70 cm bei gleichmaessiger Tiefeinstellung. Bei wechselnder Hoch-/Tiefstellung mit mindestens 20 cm Hoehenunterschied sinkt das Minimum auf 50 cm, da der vertikale Versatz Lenkerkollisionen verhindert.

Was ist ein Felgenkiller und warum ist er nicht konform?

Felgenkiller ist der umgangssprachliche deutsche Begriff fuer Vorderradhalter, die seitliche Kraft auf die Fahrradfelge ausueben und im Laufe der Zeit Schaeden verursachen. DIN 79008-1 Abschnitt 6.9 warnt ausdruecklich vor felgenschaedigenden Konstruktionen. Als hoch eingestufte Halter gelten als grundsaetzlich nicht konform.

Ist DIN 79008 verpflichtend oder freiwillig?

DIN 79008 ist eine freiwillige Norm, wird aber in deutschen kommunalen Ausschreibungen und Bauordnungen haeufig referenziert. Viele Staedte verlangen DIN 79008-Konformitaet fuer oeffentlich finanzierte Fahrradabstellanlagen. Das ADFC-Zertifizierungsprogramm erfordert ebenfalls volle DIN-Konformitaet.

Was ist der Unterschied zwischen DIN-Konformitaet und der Zustandsnote?

Die DIN-Konformitaet bewertet, ob die Konstruktion Abstands-, Sicherheits- und Diebstahlschutzanforderungen erfuellt. Die Zustandsnote (1 bis 5) bewertet den physischen Zustand der Anlage. Ein fabrikneuer Felgenkiller kann Note 1 fuer den Zustand erhalten, ist aber konstruktionsbedingt Nicht Konform.

Welche zusaetzlichen Pruefungen gelten fuer Doppelstockparker?

Doppelstockparker erfordern Pruefungen der Hubunterstuetzungsart (Gasdruckfeder, mechanische Feder oder manuell), der Auszugsdaempfung zur Verhinderung unkontrollierten Schienenabsinkens und der Oberschienensicherung zur Arretierung in Ausfahrposition. Diese Felder erscheinen bedingt im Formular.

Wie verhaelt sich die ADFC-Empfehlung zu DIN 79008?

Die ADFC-Empfehlung (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) erfordert volle DIN 79008-Konformitaet plus zusaetzliche Gebrauchstauglichkeitskriterien einschliesslich ausreichendem Abstand, Rahmenanschlussmoeglichkeit und witterungsgeschuetzter Bauweise. ADFC-zertifizierte Anlagen signalisieren Best-Practice-Radverkehrsinfrastruktur.

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